Gutes Leben

Smartwatch: Fossil Hybrid Q und Hybrid HR

Ich bin ja kein Freund von Smartwatches. Grundsätzlich bin ich der Meinung, man benötigt so eine Krankenkassenfußfessel nicht, zumal ja oft Daten gespeichert werden über die man keinerlei Hoheit hat. 

Ausserdem sehen diese in der Regel aus, wie verkleinerte Smartphones und müssen darüber hinaus noch täglich aufgeladen werden. 

Hybrid-Smartwatches versuchen den Spagat zwischen klassischem Look und Funktionalität. 

Hierbei geht Fossil einen eigenen Weg. Die erste Hybrid, die Hybrid Q lässt sich auf den ersten Blick nicht von einer normalen Armbanduhr unterscheiden. Die zweite, Hybrid HR,  besitzt anstelle eines Zifferblatts ein E-Paper-Display mit der dann mehr Informationen angezeigt werden können. 

Bleiben wir bei der Hybrid Q (links). Diese besitzt nur ein klassisches, analog anmutendes Zifferblatt. Die smarten Funktionen können nur durch Bewegung der Zeiger genutzt werden. Dazu ist sie ein Schrittzähler und ein Schlaftracker. Um die Uhr zu nutzen benötigt man ein Smartphone und die Fossil-App. Sobald die Verbindung über Bluetooth steht, wird die Uhrzeit synchronisiert, die man nicht über die Uhr selber einstellen kann. In der App kann man dann die drei Knöpfe an der Uhr belegen, und jeder Ziffer eine App zuweisen, die dann von den Zeigern angezeigt wird, sobald eine Meldung oder ein Anruf eingeht. Begleitend vibriert die Uhr. Die Uhr selber hat eine Stoppuhr-Funktion. Das Datum wird über die Ziffern am äußersten Zahlenkranz angezeigt, wenn man einem Knopf diese Funktion zugewiesen hat. 

Die Hybrid Q wird noch von Batterien (CR2412) angetrieben, die ca. 4 Monate aushalten. 

Die Hybrid HR (rechts) ist die nächste Generation. Hier kommt das angesprochene E-Paper-Display zum Tragen. E-Paper funktioniert mit kleinen Kügelchen, die magnetisch ausgerichtet werden. Vorteil ist dabei neben dem Stromverbrauch (Wenn die Kügelchen passend ausgerichtet sind, benötigt es keinen Strom mehr) auch ein ablesefreundliches Display. Dieses zeigt dann die Mitteilung vom Smartphone an, wenn eine hereinkommt. Das Standard-Ziffernblatt kann dabei beliebig eingestellt werden. Ausserdem können einige Funktionen auch direkt an der Uhr eingestellt werden. 

Zusätzlich zu den anderen Funktionen der Hybrid Q hat die HR noch einen Herzfrequenzmesser an Bord. Dieser kann in der Nacht (ich mag mit der Uhr am Arm nicht schlafen) allerdings durch sein grünes Leuchten nervig werden. Da ich die Uhr nachts nicht trage, kann ich nicht viel zur Schlaftracking-Funktion sagen. 

Die Hybrid HR wird von einem Akku betrieben, der ca. zwei Wochen hält. Leider merkt man ab ca. 20% Ladung, das die Kopplung über Bluetooth und der App nicht mehr funktioniert. 

Beide Uhren sind gut verarbeitet, stabil und sehen gut und vor allem wertig aus. Da hat Fossil gute Arbeit geleistet. 

Beide haben einige Sonderfunktionen, zum Beispiel kann man die Zeit in einer anderen Zeitzone anzeigen lassen, die Musik-App auf dem Handy steuern etc. 

Negativ bei beiden ist zu beachten, das sie den "Nicht Stören"-Modus des iPhones nicht berücksichtigen. Abhilfe kann man aber machen, indem man vor dem Schlafengehen Bluetooth abschaltet. 

Fazit: So, wo soll ich anfangen? Die ganze Riege der Smartwatches, angefangen von der Apple Watch bis hin zur Galaxy Watch und anderen mit Android Wear aber auch Hybrid sind meiner Ansicht nach eher Datenschleudern, die eine Masse von Daten sammeln und diese per App ins Internet und von dort an interessierte Kreise weiter zu geben. Deshalb fällt es mir negativ auch, dass auch von der Fossil App die Einrichtung eines Kontos gefordert wird. Wenn man aber, wie ich auf Datenschutz steht, nicht so viele Funktionen braucht, oder auch mal sein Phone zu Hause lässt und dann noch lange Laufzeiten möchte, kommt an einer Hybrid Smartwatch nicht vorbei. Während die Q noch puristisch daherkommt, und keinen Schnickschnack mitbringt, ist die HR schon mit mehr Funktionen ausgestattet. Bei der Q (inzwischen von Fossil nur noch als Hybrid bezeichnet) müsste man sich auf jeden Fall merken, auf welche Ziffer man welche App, Telefon, Whatsapp, SMS etc. man gelegt hat. Dafür sieht die Uhr halt aus, wie eine "richtige" analoge Uhr.

Die HR fällt auch nicht so auf, da müsste man genauer auf das Display schauen. Allerdings muss man bei einer Benachrichtigung auch nicht das Smartphone aus der Tasche holen oder alle paar Wochen die Batterie wechseln. Alles hat so seine Vor- und Nachteile. 

Ohne ein Smartphone und die passende App sind natürlich beide aufgeschmissen, da sich noch nicht mal die Zeit einstellen lässt. Allerdings laufen sie natürlich weiter, selbst wenn sie nicht verbunden sind. 

Fazit: Beide Uhren sind toll. Im täglichen Gebrauch sehen sie wie gewöhnliche Armbanduhren aus, was für mich wichtig ist. Ausserdem sind sie nicht so teuer in der Anschaffung, brauchen nicht ständig Aufladung und ich brauche nicht mehr das Smartphone aus der Tasche zu kramen, oder auch auf laut zu stellen. Alles in allem vier von fünf Punkten.